Die Quotenrückversicherung, im Englischen als Quota Share Treaty bezeichnet, ist eine der grundlegendsten und am häufigsten verwendeten Formen der proportionalen Rückversicherung. Bei dieser Vertragsart vereinbaren der Erstversicherer (Zedent) und der Rückversicherer, dass ein fester Prozentsatz jedes versicherten Risikos oder des gesamten Portfolios an den Rückversicherer abgetreten wird.
Funktionsweise
Stellen Sie sich vor, ein Erstversicherer schließt einen Quotenrückversicherungsvertrag mit einem Rückversicherer ab, der eine Quote von 50% vorsieht. Das bedeutet:
- Prämien: Der Erstversicherer gibt 50% der eingenommenen Prämien an den Rückversicherer ab.
- Schäden: Im Gegenzug übernimmt der Rückversicherer 50% jedes Schadens, der in diesem Portfolio entsteht.
- Zessionskommission: Der Rückversicherer zahlt dem Erstversicherer eine sogenannte Zessionskommission (Ceding Commission). Diese Kommission dient dazu, die Akquisitionskosten (z.B. Maklerprovisionen) und Verwaltungskosten des Erstversicherers zu decken, die er für das gesamte Geschäft aufwenden muss, auch für den Teil, der an den Rückversicherer abgetreten wird.
Vorteile der Quotenrückversicherung
- Kapazitätssteigerung: Der Erstversicherer kann größere Risiken zeichnen, da er weiß, dass ein Teil davon automatisch rückversichert ist. Dies erhöht seine Zeichnungskapazität.
- Stabilisierung der Ergebnisse: Durch die proportionale Teilung von Prämien und Schäden wird die Volatilität der Geschäftsergebnisse des Erstversicherers reduziert. Ein Teil der Gewinne und Verluste wird an den Rückversicherer weitergegeben.
- Kapitalentlastung: Da ein Teil der Prämien und damit auch der Verpflichtungen an den Rückversicherer abgetreten wird, reduziert sich der Kapitalbedarf des Erstversicherers. Dies verbessert seine Solvenzquoten.
- Einfachheit: Die Quotenrückversicherung ist relativ einfach zu verwalten und zu verstehen, da die Aufteilung von Prämien und Schäden einem festen Prozentsatz folgt.
Nachteile
Der Hauptnachteil ist, dass die Quotenrückversicherung auch die guten Risiken und damit potenziell profitable Geschäftsteile an den Rückversicherer abgibt. Der Erstversicherer kann nicht selektiv nur die schlechten Risiken zedieren.
Anwendungsbereiche
Quotenrückversicherungsverträge werden häufig in allen Sparten der Versicherung eingesetzt, insbesondere aber in der Sach- und Haftpflichtversicherung. Sie sind ein beliebtes Instrument für junge oder wachsende Versicherungsunternehmen, um schnell Kapazität aufzubauen und ihre Bilanz zu stärken.
Zusammenfassend ist die Quotenrückversicherung ein effektives Instrument zur Risikoteilung, das Erstversicherern hilft, ihre Kapazität zu erweitern, ihre Ergebnisse zu stabilisieren und ihre Kapitalbasis zu schützen, indem sie einen festen Anteil ihrer Risiken und Prämien an einen Rückversicherer abgeben.
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