Der Summenexzedent, im Englischen als Surplus Treaty bezeichnet, ist eine Form der proportionalen Rückversicherung, die es einem Erstversicherer (Zedent) ermöglicht, seine Zeichnungskapazität für einzelne Risiken zu erweitern, ohne dabei seine eigene Risikobereitschaft (Priorität) zu überschreiten. Im Gegensatz zur Quotenrückversicherung, bei der ein fester Prozentsatz jedes Risikos abgetreten wird, wird beim Summenexzedenten nur der Teil eines Risikos rückversichert, der die vom Zedenten selbst gehaltene Priorität übersteigt.

Funktionsweise

Ein Erstversicherer legt für jede Risikokategorie eine Priorität fest, also den maximalen Betrag, den er selbst pro Risiko tragen möchte. Wenn nun ein zu versicherndes Risiko diese Priorität übersteigt, wird der überschüssige Betrag (der „Surplus“) an den Rückversicherer abgetreten. Der Rückversicherungsvertrag definiert dabei oft eine maximale Anzahl von „Linien“ (Multiples der Priorität), die er bereit ist zu übernehmen.

Beispiel:
Ein Erstversicherer hat eine Priorität von 1 Million Euro für ein bestimmtes Risiko. Der Summenexzedentenvertrag sieht vor, dass der Rückversicherer bis zu 9 Linien übernehmen kann. Das bedeutet, der Rückversicherer kann bis zu 9 Millionen Euro des überschüssigen Risikos übernehmen.

  • Risiko A: Versicherungssumme 800.000 Euro. Der Erstversicherer behält das gesamte Risiko selbst, da es unter seiner Priorität liegt.
  • Risiko B: Versicherungssumme 3 Millionen Euro. Der Erstversicherer behält 1 Million Euro (seine Priorität). Die restlichen 2 Millionen Euro (2 Linien) werden an den Rückversicherer zediert.

Wie bei der Quotenrückversicherung teilt der Rückversicherer proportional an Prämien und Schäden des zedierten Teils. Der Erstversicherer erhält zudem eine Zessionskommission für die Akquisitions- und Verwaltungskosten.

Vorteile des Summenexzedenten

  1. Gezielte Kapazitätserweiterung: Der Erstversicherer kann seine Kapazität für größere Risiken gezielt erhöhen, ohne kleinere, profitable Risiken abgeben zu müssen.
  2. Flexibilität: Der Zedent kann seine Priorität je nach Risikotyp und Marktlage anpassen.
  3. Bessere Risikoselektion: Der Erstversicherer behält die volle Kontrolle über die Risikoselektion für den Teil, den er selbst trägt, und kann so seine Profitabilität optimieren.
  4. Kapitalentlastung: Ähnlich wie bei der Quotenrückversicherung wird die Bilanz des Zedenten entlastet, da große Risikokonzentrationen reduziert werden.

Nachteile

Der Summenexzedent ist komplexer in der Verwaltung als die Quotenrückversicherung, da jedes Risiko einzeln geprüft werden muss, ob es die Priorität überschreitet und zediert werden muss.

Anwendungsbereiche

Summenexzedentenverträge sind besonders in der Sachversicherung (z.B. für Gebäude, Fabriken) und in der Transportversicherung verbreitet, wo die Versicherungssummen einzelner Risiken stark variieren können.

Zusammenfassend ist der Summenexzedent ein flexibles und effizientes Instrument, das es Erstversicherern ermöglicht, ihre Zeichnungskapazität für große Risiken zu erweitern, während sie gleichzeitig die Kontrolle über ihr Risikoprofil behalten und ihre Kapitalbasis schützen.

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